Analyse der Zusammenarbeit zwischen Pabel-Moewig und dem Hannibal Verlag zur Veröffentlichung der monumentalen Perry Rhodan Chronik als Sachbuch.
Die Perry Rhodan Chronik: Eine strategische Kooperation mit dem Hannibal Verlag
Die Veröffentlichung der offiziellen Chronik der weltweit größten Science-Fiction-Serie Perry Rhodan wirft oft die Frage auf, weshalb dieses monumentale Werk nicht im Stammverlag Pabel-Moewig, sondern beim Hannibal Verlag erschien. Die Entscheidung basierte auf einer klaren Trennung von Kompetenzen und strategischen Marktvorteilen.
Das Verlagsprofil: Popkultur im Fokus
Der Hannibal Verlag, ein Imprint von KOCH International, zeichnet sich durch eine spezialisierte Ausrichtung auf Musikbücher, Rock-Biographien und allgemeine Popkultur aus. Im Gegensatz zur Produktion fiktionaler Heftromane verfügt dieser Verlag über die notwendige Expertise, um aufwendig recherchierte Hardcover-Sachbücher im klassischen Buchhandel zu positionieren. Im Rahmen dieses Projektes wurde Perry Rhodan nicht primär als Science-Fiction-Literatur, sondern als ein bedeutendes Phänomen der deutschen Popkultur klassifiziert. Für die Erstellung solcher popkulturellen „Biographien“ besaß Hannibal eine Infrastruktur und ein redaktionelles Know-how, welches bei Pabel-Moewig in diesem spezifischen Sachbuch-Segment nicht in gleichem Maße vorhanden war.
Das Lizenzmodell von Pabel-Moewig
Pabel-Moewig konzentriert sich konsequent auf sein Kerngeschäft: die Erstellung fiktiver Erzählungen in Form von wöchentlichen Heftromanen, Silberbänden und Taschenbüchern. Abweichungen von diesem literarischen Kernbereich werden regelmäßig als Lizenzen an externe Experten vergeben:
- Hörspiele und Hörbücher: Kooperation mit Eins A Medien.
- Comics: Vergabe an spezialisierte Verlage wie Cross Cult.
- Sekundärliteratur und Historie: Übergabe an den Hannibal Verlag.
Realisierung zum 50-jährigen Jubiläum
Das Projekt wurde pünktlich zum 50-jährigen Bestehen der Serie im Jahr 2011 initiiert. Der ehemalige Autor und Verleger Michael Nagula trug hierfür eine Menge an Hintergrundmaterial, Photographien und Anekdoten aus der Verlagsgeschichte zusammen. Um daraus das entstandene, 500 Seiten dicke Sachbuch zu machen, bedurfte es eines Verlages, der genau diese Klientel abseits des Kiosks erreicht. Die Publikation beim Hannibal Verlag war ein ganz offizieller Schulterschluß. Pabel-Moewig lieferte die Lizenz, das Bildmaterial und den Zugang zu den Archiven, während Hannibal die redaktionelle Sachbuch-Arbeit, den Druck und den Vertrieb dieser monumentalen „Biographie der größten Science-Fiction-Serie der Welt“ übernahm. Es ist ein klassischer Fall von:
Schuster, bleib bei deinem Leisten – und laß den anderen das machen, was er am besten kann!
Die Kontinuität des Werkes wurde auch in den späteren Bänden durch Autoren wie Hermann Urbanek, Dr. Rainer Nagel und Alexander Huiskes nahtlos weitergeführt.
Bildnachweis: Hannibal Verlag/Eigene

